Neuer Glanz für altes Handwerkshaus

„Werkhaus Pancratz“ erhält Fördermittel in Höhe 10 000 Euro

Mit viel Leidenschaft und ehrenamtlichen Kräften habe der Verein „Werkhaus Pancratz“ dem Haus wieder „Leben eingehaucht“, unterstrich am Freitagvormittag Johannes Wilke, Vorstandsmitglied der Spar- und Darlehnskasse eG Friesoythe. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Nikolaus Hüls und dem Vorstandsvorsitzenden der VR-Stiftung Harald Lesch überreichte er dem Verein eine Spende in Höhe von 10 000 Euro. Der gemeinnützige Verein engagiert sich für den Erhalt und die Sanierung des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses der Malerfamilie Pancratz an der Kirchstraße 13 in Friesoythe. Die Fördermittel fließen in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes.

Die Fördermittel seien eine willkommene Motivation von außen, dankte Kerstin Kramer, Vorsitzende des Vereins. Anfang Januar wollen sie und ihre Mitstreiter mit der Sanierung des Dachgeschosses beginnen. Zwischen 2009 und 2012 hatte der Verein bereits das Erdgeschoss aufwendig saniert (die NWZ  berichtete). Auf dem ehemaligen Heuboden solle ein multifunktionaler Raum entstehen, erklärte die Vorsitzende bei dem Rundgang durch das Haus. Künftig könnten dort Workshops, Nähcafes oder Keramikkurse für Gäste Einzug finden, so Kerstin Kramer.

Das Gebäude gehört zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen des Lebens einer Friesoyther Handwerksfamilie des 20. Jahrhunderts. Wand- und Deckenmalereien, Ladeneinrichtungen und altes Werkzeug stellen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart her.

Im ersten Bauabschnitt plant der Verein, das Dach des Obergeschosses zu dämmen und die Räume auszubauen. Einen Teil der Kosten deckt der Verein aus eigenen Mitteln. „Wir suchen noch weitere Spender“, sagte die Vorsitzende. Das nötige Geld für Malerarbeiten, den Fußboden und die Türen fehle noch.

In den drei kleineren Räumen zur Straßenseite hin soll ein Gästeapartment entstehen. Dann könnten unter anderem Handwerker auf der Walz in den Räumen unterkommen, sagte Michael Kleimann vom Vorstand des Vereins. Im Erdgeschoss des im Jahr 1904 erbauten Hauses sind ein Keramik-Atelier, eine Schneiderei und ein Malereiatelier ansässig. Schneiderin Ingrid Bley war im Jahr 2011 die erste Mieterin, die Kerstin Kramer und ihre Mitglieder im Werkhaus an der Kirchstraße begrüßen durften.

Das Haus sei in seiner Art „einmalig“, sagte Vorstandsmitglied Wilke. Der Gang durch die Räume gleiche einer „Reise in die Vergangenheit“. Die Arbeit des Vereins „Werkhaus Pancratz“ sei auch für nachfolgende Generationen von großer Bedeutung. „Das wollen wir anerkennen und im Namen der Region vor Ort fördern und weiterentwickeln“, so Wilke. Das „Werkhaus sei ein „Leuchtturmprojekt“ in der Region, das es zu fördern gelte, sagte Lesch.

Autor/Quelle: Melanie Jepsen NWZ Online

Vorstandsvorsitzender der VR-Stiftung Harald Lesch (von links), Johannes Wilke, Vorstandsmitglied der Spar- und Darlehnskasse eG Friesoythe und Vorstandsmitglied Nikolaus Hüls (rechts) übergaben die Fördermittel in Höhe von 10 000 Euro an die Vereinsvorsitzende Kerstin Kramer und Vereinsvorstandsmitglied Michael Kleimann.