Berufsschule 2020

Präsenzunterricht in Corona-Zeiten

Nach fast einer Stunde haben wir uns mit dem Auto in die Innenstadt Cloppenburgs gekämpft, eine Strecke, für die man sonst maximal eine halbe Stunde braucht. Es wird überall gedrängelt, gebremst und geschubst, Gruppen von Fahrrädern fahren in Tour de France großen Gruppen durch die Straßen und ich frage mich, ob wir noch einen Parkplatz kriegen.  

Ja, der heutige Morgen verlief anders als gedacht und vieles hat sich seit unserem letzten Schulblock geändert, nur eines nicht: Corona. 

Fast unbewusst greife ich beim Aussteigen aus dem Auto meine Maske und stopfe sie mir in die Jackentasche, eben genau so, wie man es sich in den letzten Wochen und Monaten angewöhnt hat. Auf dem Schulgelände angekommen bittet mich eine Aufsichtsperson freundlich, aber bestimmt, die Maske aufzusetzen. Und in der Tat, hier sehe ich niemanden der keine Maske trägt. Pfeile, Stoppschilder, Absperrbänder und Desinfektionsspender führen mich an der geschlossenen Kantine vorbei, die Treppe hoch zu meinem Klassenraum. Dort der erste Lichtblick des Tages: Hier muss ich vorerst keine Maske tragen.

Wenn man sich die Urlaubsbilder im Bekanntenkreis anguckt, die feuchtfröhlich in den sozialen Netzwerken gepostet wurden, hätte man glatt vergessen können, dass wir uns inmitten einer Pandemie befinden, die global fast eine Million Todesfälle verursacht hat. Dennoch versucht die BBS am Museumsdorf mit allen Mitteln ihre tausenden Schüler zu schützen und einen Shutdown zu verhindern.

Dementsprechend bin ich froh, dass ich in den Pausen nur eine Maske tragen muss und die nächsten 6 Wochen im Präsenzunterricht und nicht hinter dem Bildschirm im Home-Office verbringen darf. Als Fazit lässt sich nur sagen: Chaos auf der Straße, dafür Ordnung in der Schule.

Bild & Text: Sophia Hinrichs & Kevin Luttmann (3. Ausbildungsjahr)