Finanzspritze für neuen historischen Hinterausgang

v.l.: Kerstin Kramer und Johannes Wilke.

Jedes Haus braucht doch irgendwie einen Hinterausgang. „Die Handwerker haben teilweise Sachen aus dem Fenster nach draußen transportiert“, sagt Kerstin Kramer, 1. Vorsitzende des Vereins Werkhaus Pancratz. Auch eines der wenigen historischen Gebäude in Friesoythe, das Werkhaus Pancratz, soll wieder einen Hinterausgang bekommen. Dafür bekam der Werkhaus-Verein jetzt eine Spende in Höhe von 2500 Euro aus den Reinerträgen des Gewinnsparens der Spar- und Darlehnskasse Friesoythe überreicht.

Wo der neue Hinterausgang entstehen soll, lässt sich auf der Rückseite des Gebäudes auch schon erahnen. An dieser Stelle war schonmal eine Tür. „Hier stand mal ein Badezimmer-Anbau aus den 60er-Jahren. Der war aber völlig baufällig und wurde abgerissen. Danach wurde die Tür verschlossen“, berichtet Kramer. Noch in diesem Jahr soll es die Tür aber wieder geben. Für die Baumaßnahme sind rund 6000 Euro veranschlagt. Denn: die neue Tür soll zum historischen Gesamtensemble des Gebäudes passen. „Wir brauchen nicht nur eine neue Tür sondern auch den Maurer vor Ort. Die Tür soll genauso hoch wie die nebenliegenden Fenster werden und auch einen Rundbogen am Oberlicht erhalten“, so Kramer weiter. Ebenfalls werden die Zierverbände und das Verblendmauerwerk angepasst. Wenn alles glatt läuft, soll der Einbau nach dem Winter, also höchstwahrscheinlich im April, starten. „Der Rest der Kosten wird von Vereinsmitteln bezahlt, dafür haben wir gespart.“

Danach soll man von der kleinen Küche im hinteren Teil des Gebäudes direkt in den Hof gelangen können. „Das unterstützen wir natürlich gerne. Friesoythe hat durch den Krieg nur noch sehr wenig historische Bausubstanz wie das Werkhaus Pancratz. Und dieses muss unbedingt erhalten bleiben“, sagt Johannes Wilke, Vorstand der Spar- und Darlehnskasse Friesoythe, über das denkmalgeschützte Gebäude an der Kirchstraße. Deswegen wurde dem Verein auch eine überdurchschnittlich hohe Summe aus dem Gewinnsparen zugesprochen. Insgesamt profitieren durch die Ausschüttung der Bank 51 Vereine und Gruppen im Geschäftsbereich.

Auch die Suche nach einem Nachmieter für die Ladenräume im vorderen Teil des Gebäudes läuft recht gut. „Wir haben schon einen Interessenten, der im handwerklichen Bereich einen neuen Laden eröffnen möchte“, berichtet Kramer im Gespräch mit unserer Redaktion.

 

Text und Bild: Heiner Elsen, Nordwest-Zeitung vom 13. Januar 2021